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Wünsch dir was!

Es ist viel los in diesen Wochen, die Corona-Pandemie hat uns voll im Griff.

Wir erleben zum vielleicht ersten Mal in unserem Leben echte Angst. Um unsere Eltern, Großeltern, uns selbst. Alles ist anders. Wir dürfen nicht mehr zur Schule oder zur Arbeit, wir dürfen uns nicht mehr mit Freunden oder der Familie treffen. Wir stellen plötzlich fest, wie wichtig es ist, sich persönlich und nicht nur online zu treffen, sich in den Arm zu nehmen. Wir fühlen uns eingesperrt in unseren Wohnungen, wussten gar nicht, wie wichtig uns unsere Freiheit eigentlich ist. Für uns alle eine völlig neue Erfahrung.

Doch in all dem Schlechten gibt es doch viele Hoffnungsfunken zu entdecken:

Wir achten mehr aufeinander, Nachbarn gehen füreinander einkaufen. Ältere werden unterstützt, häufiger wieder angerufen. Menschen verabreden sich zum Musizieren auf dem Balkon. Applaudieren für all die Ärzte und Pflegekräfte, die gerade Übermenschliches leisten.

Um gegen die Langeweile zu Hause Abhilfe zu schaffen, bieten viele Vereine und Künstler ihre Dienste online kostenfrei an. Man kann Zeichenkurse oder Sportprogramme machen oder ganze Konzerte anschauen. Museen bieten virtuelle Führungen durch ihre Räume an.

Firmen übernehmen wieder Verantwortung für die Gesellschaft, sie stellen gratis-Software für Schüler zur Verfügung. Verlage bieten kostenfreie Zugänge zu Büchern und Zeitschriften, jeder hat Zugriff auf Bildung. Ohne dafür bezahlen zu müssen!

Weil die Menschen weniger draußen sind, liegt dort viel weniger Müll. Es gibt kaum noch Autos auf den Straßen und somit weniger Staus und Abgase.

Weil nicht verreist werden darf, fliegen natürlich auch weniger Flugzeuge und es fahren weniger Schiffe. Viele Länder können ihre Klimaziele für 2020 jetzt doch einhalten!

Wir stellen fest, dass die Menschen, die den Laden momentan am Laufen halten, viel zu wenig geschätzt werden. Viele Menschen setzen sich jetzt schon für eine bessere Bezahlung von Kassierern, Pflegekräften und all den anderen wichtigen Berufen ein.

Parfümhersteller stellen ihre Produktion auf die Herstellung von Desinfektionsmitteln um. Eine große Lebensmittelkette übernimmt zeitweise Angestellte aus Fastfood-Restaurants, damit diese nicht arbeitslos werden.

Politische Parteien stellen fest, dass sie plötzlich doch zusammenarbeiten können.

Die Kinder Wuhans sollen erstmals den blauen Himmel über der Stadt sehen können, vorher war das wegen des Smogs nicht möglich.

Das Wasser in Venedig ist wieder glasklar.

Es ist ein bisschen so, als hätten die Menschen erst durch diese Krise begriffen, worauf es wirklich ankommt und wie das mit der Nächstenliebe nochmal geht. Das macht mir Hoffnung, dass eine Welt möglich ist, in der man wieder aufeinander achtet. Nicht jeder nur an sich selbst denkt. Eine bessere Welt. Ein bisschen wie es in dem Lied „Wünsch dir was“ von den Toten Hosen beschrieben wurde. Eine Welt, wie Gott sie für uns gemeint hat.

Ich habe ein bisschen Angst, dass all die Mitmenschlichkeit schnell wieder in Vergessenheit gerät. Aber vielleicht kommt ja auch mal die Zeit, in der das Wünschen wieder hilft.

Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

Von Maike Peters