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„Wie wär’s mit einer Pause!“

Der Wecker klingelt früh morgens, die Termin-App liest die heutigen Termine vor und nach dem Wachwerden werden die aktuellen Push-Benachrichtigungen der Email-App, von Whatsapp, etc. auf dem Handy gecheckt. Im Anschluss kommt das gedankliche Durchgehen der heutigen To-Do-Liste. Nach dem Frühstück geht der Stress weiter, Bus und Bahn rechtzeitig zu erwischen oder mit dem Auto frühzeitig loszukommen mit Einkalkulierung eventueller Staus oder längerer Rotphasen der Verkehrsampeln.
Wer kennt diesen hektischen Start in den Tag nicht? Der Tag ist minutengenau durchgetaktet und auch alle Eventualitäten sind mit einbezogen. Wir sind getrieben von der Befürchtung, zu spät zu kommen und nicht allem gerecht werden zu können. Wenn die Zeit knapper als gedacht wird, schlägt die Peitsche des inneren Antreibers heftiger zu. Wir kommen uns vor wie ein Hamster im Laufrad und der eigene Akku wird leer, bis sogar unser eigener Körper streikt. Selbst die Sorge um nicht erledigte Aufgaben gibt uns keinen Auftrieb mehr. Die eigene Energie ist dahin und uns wird klar, dass wir keine Maschinen sind. Das seelische Gleichgewicht ist weg und wir wünschen uns, an einem besseren Ort zu sein. Wo ist die Zeit geblieben? Die Zeit für mich selbst? Die Zeit, um seine innere Mitte zu finden?
Alles soll im Zeitraffer ablaufen, aber wie wäre es einmal im Zeitlupen-Modus?

In der Bibel gibt es die Geschichte von Maria und Marta (Lk 10,38-42). Marta war immer sehr fleißig und hat sich wirklich um alles gekümmert. Mit Sicherheit hätte sie ihre täglichen To-Do-Listen locker geschafft. Als einmal Jesus vorbeikam, saß ihre Schwester Maria nur rum und Marta rackerte sich ab. Jesus nimmt Maria auch noch in Schutz, obwohl sie keinen Handschlag tut. Marta ist total fleißig und Jesus ist nicht auf ihrer Seite. Jesus weiß sehr wohl, dass Marta sich um alles und jeden sorgt, aber sie kommt an ihre Grenzen. Der Akku ist nicht immer auf 100% und muss immer wieder neu aufgeladen werden, um wieder 100% geben zu können.
Gott sagt uns: „Relax‘ mal! Du bist ein Mensch und keine Maschine. Es ist okay, dass du dir eine Pause gönnst.“ Sogar die Jünger von Jesus waren einmal so im Stress, dass sie vergessen haben etwas zu essen. Jesus riet den Jünger, einfach Pause zu machen (Mk 6,31). Diese Pause brauchst du auch, um wieder Power für die nächsten Aufgaben zu haben. Gott möchte immer für uns da sein und uns neue Kraft schenken. In der Bibel sagt es Jesus sogar selbst: „Kommt alle her zu mir, die sich abrackern müssen und die Nase vollhaben. Ich gebe euch neue Kraft.“ Das tut er, weil ihm jeder so was von wichtig ist.
Sogar Augustinus brachte es schon vor gut 1500 Jahren auf den Punkt: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, Gott.“ Klar gibt es viel Unruhe, Hektik. etc. in unserem Alltag und in unserer Welt, aber bei Gott kommen wir zur Ruhe. Gott wartet sehnsüchtig darauf, uns neue Kraft zu geben. Wie wäre es einmal früh morgens, das Handy mit seinen Push-Benachrichtigungen links liegen zu lassen. Dafür einmal im Gebet für den guten Schlaf & für die Gesundheit zu danken und um Schutz & Kraft für den neuen Tag zu bitten.

Jugendmitarbeiter Wilhelm Weber, Berkenthin