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Monatsandacht – You are a temple of God!

„Wisst Ihr nicht, dass Ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in Euch wohnt?“

Das ist ein großer und gewaltiger Satz, den Paulus hier an die Gemeinde in Korinth schreibt: „Wisst Ihr nicht, dass Ihr Gottes Tempel seid?“

Ein Tempel Gottes sein? Was heißt das überhaupt? Vielleicht nicht unbedingt die Frage, die man sich als Jugendliche*r gleich morgens nach dem Aufstehen mit Blick in den Spiegel – oder überhaupt – stellt. Aber ich denke, dass in dieser Frage, die Paulus nun einmal an alle Christen, also auch an uns Jüngere richtet, viel Power und Antwort für uns alle – ganz persönlich und auch gemeinsam – drin steckt.

Der Tempel Gottes, das ist ein Ort, wo Gottes liebender Geist wohnt. Das ist das Heiligtum, in dem der Mensch Gott begegnet und ihn verehrt. Das ist der Ort, die Zeit, in der sich Gott und Mensch in Liebe beühren. Und dieser Tempel gehört Gott.

Wenn Du Gottes Tempel bist, dann wohnt Gottes Geist auch in Dir! Dann bist Du ein Heiligtum, das Gott „in Besitz genommen“ hat, das Gott gehört. Da wird einem vielleicht doch etwas bange: Kann ich das? Will ich das überhaupt? Was für eine Challenge – das pack ich doch nie! „O Herr, ich bin nicht würdig, dass Du unter mein Dach gehst…“ (Matthäus 8,8)

Aber zugleich – was für eine Ermutigung! Gott selbst wohnt in Dir, Du bist ein Heiligtum Gottes! Und wenn Du ein Tempel Gottes bist, dann darf all das in Dir leben, was Gott ausmacht: Liebe und Größe und Freiheit und Lebendigkeit und Hoffnung und … – das weißt Du um deinen Wert, dann bist Du Dir selbst kostbar! Egal, wie der Blick morgens im Spiegel aussieht: Es ist ein großes Geschenk, das Gott uns da zusagt. Er selbst erklärt uns Menschen zum Heiligtum, er will in uns wohnen. Wir sind wertvoll und kostbar für ihn. Er schenkt sich uns – und er traut uns zu, dass wir damit gut umgehen.

Deswegen soll unser Leben widerspiegeln, dass wir sein Tempel sind. Unser Leben soll Gottes Geist atmen, den Geist der Liebe, der Weisheit, der Kraft, des Mutes, der Hoffnung. Und davon können wir durchaus Zeugnis geben in unserem ganz normalen Alltag, zwischen Whatsapp und McDonalds, zwischen Training und Hausaufgaben, im Reden und im Schweigen, im Tun und Lassen.

Diesen Vorschuss können wir aber auch verspielen, ich kann diesen Tempel auch verderben. Ich kann daraus eine Räuberhöhle und einen „PlayStore“ machen, wenn ich nicht mehr Gott in mir wohnen lasse, sondern Geld und Gewinn, Besitz und Macht, Angst und Misstrauen, Enge und Hass, wenn ich nur noch darauf schaue, wie ich mich am besten – ob mit oder ohne Filter – darstelle und verkaufe, wie ich auf meine Kosten komme.

Und wir entweihen unseren Tempel, wenn wir nicht achtsam mit uns umgehen, uns nicht selbst gern haben, uns mehr abverlangen, als wir geben können. Wir entweihen den Tempel, wenn wir unsere eigenen Grenzen nicht akzeptieren, wenn wir das Heilige in uns nicht schützen. Wir entweihen den Tempel, wenn wir uns selbst nichts wert sind, wenn wir uns selbst nicht wichtig nehmen.

Am 9. Februar fand in Lübeck der „Open-Space-Tag“ statt, zu dem junge und ältere Menschen aus verschiedenen Gemeinden zusammenkamen, um über die Zukunft der Kirche als Gemeinschaft, des gesamten Tempels Gottes nachzudenken. Ich denke, dass wir als „Heiligtümer-Gemeinschaft“ am besten dann Kirche sind, wenn wir uns alle selbst persönlich – und ebenso unser Gegenüber! – als Heiligtümer erleben.

Ich wünsche Dir und uns allen, dass wir Gott in uns jeden Tag in jugendlicher Freude immer wieder neu schätzen und heiligen – und so eine wahrhaft lebendige Kirche sind. Heute, morgen und darüber hinaus.

 

Diakon Tobias Knöller, Bildungsreferent