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Von Hühnern und Göttern

 

Wir haben zuhause eine Schatzkiste, die mit allen möglichen „wertvollen“ Kleinigkeiten gefüllt ist: Kleine Autos, Murmeln, Figürchen, entwendeter Schmuck und natürlich zuhauf: Steine. Alles, was in den Augen der Kinder besonders schön ist, wandert in diese Schatztruhe. Wenn ich etwas vermisse, finde ich es meistens dort. Auch wenn wir am Strand sind, wird natürlich fleißig nach Steinen gesucht. Manche haben eine schöne Farbe, sind besonders glatt oder glitzern sogar, aber die tollsten Steine sind eigentlich recht unscheinbar: die Hühnergötter.

Man findet sie an den Stränden von Ost- und Nordsee, manchmal auch mit Glück auf Wegen. Es sind meist Flintsteine mit einem Loch darin, das durch Auswaschungen mit Wasser oder herausgelöste Versteinerungen entstanden ist. In der Fachsprache heißen diese Steine übrigens Paramoudra. Im Volksglauben gilt der Hühnergott als Glücksbringer. Es heißt, wer einen als Amulett am Hals trägt, kann nicht ertrinken (der sollte dann vermutlich nicht zu groß sein). Das gilt natürlich nur, wenn dieses Loch natürlichen Ursprungs ist! Außerdem diente der Stein als Schutz vor Hexen und bösen Geistern und könne den bösen Blick abwehren. Dieser bliebe im Loch gefangen und könne keinen Schaden mehr anrichten. Man legte ihn auch Hühnern ins Nest, damit ihre Eier nicht verhext werden können (ob daher der Name kommt?).

Steine faszinieren die Menschen auch über die Kindheit hinaus. Man kann sie ansehen, sammeln und wunderbar als Deko benutzen.

Steine haben aber auch schon immer symbolischen Charakter gehabt. Da gibt es die Sorgensteine, die uns schwer im Magen liegen. Finanzielle Not, Streit mit Freunden, schlechte Schulnoten. Stolpersteine die uns straucheln lassen. Ein schlimmes Ereignis, das uns vielleicht völlig aus der Bahn wirft oder zu Boden gehen lässt. Wiederum lässt sich aus Steinen aber auch etwas Neues bauen.

In der Bibel spielen Steine auch immer wieder eine große Rolle: Jakob benutzte einen Stein als Kopfkissen und die Zehn Gebote standen auf steinernen Tafeln. David streckte Goliath mit einer Steinschleuder nieder. Das Grab Jesu wurde von einem großen Stein verschlossen, der plötzlich fortgewälzt war.

Nach Epheser 2,20 ist Jesus der Grundstein der Kirche. Er hält den Bau zusammen, trägt ihn und verbindet uns miteinander und mit ihm. Jesus möchte zu unserem festen Fundament werden, das uns trägt und auf das wir unser Leben bauen können. Er möchte uns stützen und tragen, auch über die Stolpersteine in unserem Leben hinweg.

Maike Peters, Jugendmitarbeiterin in Lübeck-Mitte