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Monatsandacht – Mutig wie Malala

Kennst du Malala? Genauer gesagt, Malala Yousafzai? Das ist sie:

 © Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons

© Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons

Sie wird im Juli 20 Jahre alt, aber schon als sie sehr viel jünger war, hat sie echten Mut bewiesen.

Sie kommt aus Pakistan und mit 11 Jahren begann sie für die BBC in einem Blog über die Taten der pakistanischen Taliban in ihrer Heimatregion zu berichten. Es wurde gemordert und gerade Mädchen und Frauen wurden massiv unter Druck gesetzt: Mädchenschulen wurden zerstört, Mädchen und Frauen wurde verboten, Schulen zu besuchen, zu tanzen, Musik zu hören, sich unverschleiert in der Öffentlichkeit zu zeigen. Malala ging trotzdem weiter zur Schule – in ständiger Angst. Zunächst schrieb sie unter einem Pseudonym und ihre Berichte wurden sehr bekannt. 2011, mit der Normierung für den Internationalen Kinder-Friedenspreis, wurde ihre wahre Identität bekannt. Ihre Berichte über Unterdrückung und Gewalt der Taliban kam denen natürlich gar nicht recht: Malalas ehrliche Berichterstattung und ihre zunehmende Bekanntheit wurden zum Problem für die Taliban.  Im Oktober 2012 wurde ihr Schulbus von von vermummten Taliban gestoppt und aus nächster Nähe auf sihren Kopf und Hals geschossen. Sie wurde lebensgefährlich am verletzt, mit ihr noch weitere Mädchen. Aber sie fiel ins Koma, wurde mehrfach operiert, aber überlebte und konnte nach Monaten das Krankenhaus wieder verlassen. Die Taliban gaben selbst an, diesen Anschlag verübt zu haben, weil Malala sich für die Bildung und Rechte von Mädchen und Frauen eingesetzt hatte.

Malala wurde zur Behandlung nach England gefolgen und lebte dort einige Jahre mit ihrer Familie. Sie setzte sich weiter sich weiterhin für das Recht auf Bildung für alle Kinder ein, bekam 2013 als jüngste Person den Friedensnobelpreis verliehen und versucht ihren politischen Einfluss einzusetzen, um Frieden zu stiften.

Im Mai gab es in unserem Kirchenkreis die Aktionswoche zum Reformationsjubiläum unter dem Motto „Mut! Macht! Mensch!“ und das Motto brachte mich dazu, mehr über diese drei Worte nachzudenken. Malala ist für mich ein fast unglaubliches Beispiel dafür, was Mut unter extremen Umständen bedeuten kann. Sie wusste sicherlich, dass sie ihr Leben auf’s Spiel setzte, als sie mit ihren Berichten und Forderungen an die Öffentlichkeit ging. Aber sie hatte schon verinnerlicht, was viele von uns sicherlich immer wieder auch vergessen: Dass Freiheit und Bildung Menschenrechte sind und dass wir die Macht über unser Leben haben sollten – und niemand anders. Und schon stehen Mut, Macht und Mensch in ganz engem Zusammenhang.

Ich erzähle von Malala, weil ich mir so sehr wünsche, dass ihr Mut ansteckend ist. Ansteckend in der ganzen Welt, aber auch ansteckend für mich und für dich. Wir brauchen Mut, um etwas anders zu machen, um etwas zu verändern. Mutiges Handeln macht den Unterschied. Eine Quelle von Mut kann dabei auch der Glaube sein: „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Ängstlichkeit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1, 7). Ich wünsche uns, dass wir diesen Geist der Kraft spüren und mutig werden – mutig wie Malala.