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Lebendige Zuversicht riskieren! … Nicht nur für 7 Wochen.

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Heute, am Aschermittwoch, beginnt sie turnusmäßig wieder: Die 40-tägige Passions- und Fastenzeit, in der wir uns sinngemäß mit Jesus auf den Weg „nach Jerusalem“ machen, um seinem Leiden und Sterben zu gedenken, mit dem er sich selbst im großen „Kampf gegen Schuld, Tod und Teufel“ für uns hingegeben hat, um uns zu erlösen.

Wenn auch auf das erste Hinhören etwas suspekt, klingt es dennoch eigentlich ganz gut:

Wir dürfen befreit leben! Jesus hat eine Menge riskiert, damit wir das Leben hier auf Erde und auch nach unserem körperlichen Sterben in vollen Zügen genießen und einander bereichern können. Permanent haben wir Anteil an seiner Liebe, seiner Gnade und an seinem Leben, in das wir hineingetauft sind!

Wenn das mal nicht Hoffnung macht in dieser Zeit…

Damit wir uns dessen erinnern und den Einsatz Jesu wertschätzen, versuchen einige von uns ebenfalls etwas zu riskieren und auf etwas Liebgewonnenes zu verzichten: Süßigkeiten, Alkohol, Instagram … manchmal auch auf den Kontakt zu etwas toxischen Menschen. Wir müssen halt auch etwas Geben können, um wieder mit leeren Händen zu empfangen.

Allerdings scheint diese verzichtvolle Zeit für einige Christ*innen ein zu großes Risiko darzustellen, wenn sie an die Leidenswege denken, die unserer Institution Kirche in ihren Veränderungsprozessen bevorstehen: Liebgewonnene Gebäude, Denkweisen oder Amtsstrukturen nicht nur für sieben Wochen aufzugeben, sondern wahrscheinlich für immer, lässt einige in Gedankenschlaufen kreisen, die nur noch das Kreuz, aber nicht mehr die ersten Strahlen des Ostermorgens im Blick haben. – Und auch in unserer Gesellschaft gibt es nicht wenige Stimmen, die – trotz wirtschaftlich „fettester Lage“ – sagen, dass alles nur noch schlechter wird. Karfreitagsstimmung pur…

Die Fastenaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland nimmt dieses – nicht nur für unsere Kirche und Gesellschaft, sondern für alle – in den Blick: „7 Wochen ohne Pessimismus! 7 Wochen voller Zuversicht!“ Im Kleinen, wie im Großen. Draußen, wie drinnen.

Vielleicht lassen wir uns gerade in diesen scheinbar so „verzicht-reichen“ Zeiten von der Risikofreudigkeit Gottes anstecken, einmal alles zu wagen für die Freude am Leben?

Natürlich: Es gibt auch nicht wenige Menschen, die ein sehr schweres Kreuz zu tragen haben, sei es durch eine schlimme Krankheit oder den Verlust von lieben Menschen.

Und dennoch: Insbesonder für sie – und uns alle – sollten wir darauf hoffen und vertrauen, dass am Ende das Fest des Lebens schlechthin, das Fest der Ostern steht! Leben in Fülle!

Challenge: Versuchen wir doch einmal, sei es in unserer Jugendarbeit und – noch viel wichtiger – in unserem ganz normalen Kirchenviolett und Alltagsgrau – für uns und füreinander schon jetzt die Blüte des Lebens durchscheinen zu lassen. Riskieren wir doch mal was!

Damit wir auch im scheinbaren Verzicht das fühlen, was uns von Jesus, dem „Risikofaktor Gottes“, zugesagt ist: „Ich lebe! Und Ihr sollt auch leben!“ (Johannes 14,19)

Diakon Tobias Knöller, Bildungsreferent